Erntedank mit allen Sinnen erleben – in der Evangelischen Kita Arche Noah wurde geschnippelt, geforscht, gekocht, gestaunt und gemeinsam gefeiert.
„Hast du heute schon Danke gesagt?“ – mit dieser Frage starteten die Kinder der Evangelischen Kita Arche Noah in Bad Ems in ihre diesjährigen Erntedanktage.

Am 1. Oktober feierten wir in unserer Kita zunächst eine besondere Erntedankandacht. Schon beim Blick auf die vielen Gemüsesorten, die unsere Eltern großzügig gespendet hatten, gab es viel zu entdecken und zu staunen. Gemeinsam gingen die Kinder auf Spurensuche: Wo wächst eigentlich eine Karotte? Wie kommt der Kürbis an die Pflanze? Welches Gemüse wächst unter der Erde, welches über der Erde? Und wie wird aus Korn Mehl und schließlich Brot?
In der Andacht hörten die Kinder die Geschichte von Mia und Ben. Die beiden füllten einen zunächst leeren Korb mit den Gaben aus ihrem Garten und entdeckten dabei, wie reich die Natur uns beschenkt. Sie erkannten, dass all das nicht selbstverständlich ist, sondern dass Gott der Schöpfer dieser wunderbaren Vielfalt ist und dass wir dafür jedes Jahr an Erntedank Danke sagen. Aus dem Erntekorb wurde so in der Geschichte ein Dankbarkeitskorb und aus dem Gemüse eine Suppe, die gemeinsam mit Freunden bei einem Erntedankfest gegessen wurde.
Auch wir wollten unsere eigene Erntedanksuppe mit den Kindern zubereiten. Bevor es mit den Zubereitungen aber losging, durften die Kinder einen Apfel von unserem Apfelbaum mit allen Sinnen erleben. Mit geschlossenen Augen wurde zunächst daran gerochen und anschließend probiert. Wie intensiv ein Apfel duften und schmecken kann, wurde dabei für die Kinder zu einer ganz besonderen Erfahrung.
Danach hieß es dann endlich: Schürzen an und ran ans Gemüse! In der Forscherwerkstatt wurde fleißig geschnippelt. Für einige Kinder war es die erste Erfahrung mit einem richtigen kleinen Küchenmesser. Mit großer Begeisterung, Ausdauer und Konzentration machten sie sich ans Werk. Manche Kinder waren sogar mehr als eine Stunde dabei und halfen unermüdlich, das Gemüse für die Suppe vorzubereiten. Nebenbei entstanden viele schöne Gespräche – und die Vorfreude auf das gemeinsame Fest wuchs.

Am Freitag war es dann endlich so weit, und aus einem Funken wurde ein Fest. Schon am Morgen wurde auf dem unteren Spielhof das Lagerfeuer vorbereitet. Gespannt beobachteten die Kinder, wie aus einem kleinen Funken langsam ein richtiges Feuer entstand. Die mutigen Helfer durften dabei natürlich tatkräftig mitmachen.



Als aus dem Feuer eine schöne Glut geworden war, wurde der gusseiserne Topf hineingestellt. Darin befanden sich das gemeinsam geschnittene Gemüse, Öl, Gemüsebrühe sowie frische Gartenkräuter. Schon bald zog ein köstlicher Duft über den Spielhof und kündigte an, dass es jetzt nicht mehr lange dauern würde. Nach etwa einer halben Stunde war die Feuertopf-Gemüsesuppe fertig.


Da die Menge an Gemüse für einen Topf zu groß war, bereitete unsere Köchin aus dem restlichen Gemüse zusätzlich einen großen Topf pürierte Gemüsesuppe in der Küche zu. Und dann kam die Überraschung: Fast alle Kinder wollten zuerst die Suppe aus dem Feuertopf probieren – mit den sichtbaren Gemüsestücken! Selbst Kinder, die sonst lieber pürierte Speisen essen, waren so neugierig, dass sie sich an die Feuertopf-Suppe heranwagten – gemeinsam schmeckt es eben besser.


An einer langen Tafel auf dem Spielhof saßen schließlich Groß und Klein zusammen. Es wurde gegessen, erzählt, gelacht und gesungen. Wir sangen unser Erntedanklied, feierten gemeinsam einen Geburtstag, beteten und dankten Gott für all das, was er uns geschenkt hat.
Es war für alle Beteiligten ein besonderer Vormittag: Kinder, die mit leuchtenden Augen am Feuer standen. Kleine Hände, die geduldig Gemüse schnitten. Der Duft von Kräutern und Suppe in der Luft. Und eine lange Tafel, an der alle miteinander teilten.

Erntedank wurde für unsere Kinder so zu einem Fest, das nicht nur im Herzen, sondern mit allen Sinnen erlebt werden konnte. Denn Dankbarkeit wächst dort, wo Menschen gemeinsam erleben, teilen und staunen. Und vielleicht ist die Frage „Hast du heute schon Danke gesagt?“ auch für uns Erwachsene eine gute Erinnerung daran, die kleinen und großen Geschenke unseres Alltags wieder bewusster wahrzunehmen.
